Die führende Webseite über das Thema Nasendusche
Nasenduschen, Hersteller, Salze, Duschlösungen und viele Ideen

Homepage Literatur Presseberichte Hersteller Links Kontakt

 

 

Hersteller von Nasenduschen und Zubehör

Die Nasendusche ist mit rund 15 Euro verhältnismässig teuer, aber praktisch sehr gut benutzbar und leicht zu reinigen. Allerdings kann man sich schon fragen warum, warum so ein paar Plastikteile so viel Geld kosten müssen. Aldi würde die Nasendusche für maximal 5 Euro verkaufen.

Das Emser-Salz ist zwar praktisch verpackt, aber wirklich viel, viel zu teuer. Es handelt sich praktisch um Haushaltsspeisesalz in kleinen Tüten. Tipp: Auf einer Küchenwaage ca. 10 g Kochsalz abwiegen und dann in einer gesäuberten PET-Flasche mit 1 Liter Leitungswasser auffüllen. Das reicht für rund 4-8 Spülungen und ist bei 2 Spülungen in der Woche 4 Wochen lang sehr gut haltbar.

Details zu den Herstellern und Produkten finden Sie hier:

Bevölkerungsstrategie der Prävention

Für den Gesundheitszustand einer Bevölkerung ist entscheidend, inwieweit jeder einzelne gesund lebt und Vorbeugemaßnahmen nutzt. Naturgemäß ist der Nutzen umso größer, desto mehr Menschen sich daran beteiligen.

Ehe eine Vorbeugemaßnahme heute zur bevölkerungsweiten Anwendung empfohlen wird, müssen eine Reihe von Fragen auf wissenschaftlicher Grundlage geklärt werden (Rose 1992).

Für empfehlenswerte Maßnahmen gilt:

  1. Sie müssen wirksam sein.
  2. Sie müssen frei von Nebenwirkungen sein, die ein Risiko für die Anwender sind.
  3. Sie müssen von den möglichen Anwendern akzeptiert werden.
  4. Ihre Anwendung muß wirtschaftlich sein, d. h. sie sollten eine hohe Wirksamkeit bei möglichst geringen Kosten haben.

Wenn tägliches Nasespülen wirksam und frei von risikobehafteten Nebenwirkungen ist, von einem großen Teil der Bevölkerung akzeptiert und zu geringen Kosten angewendet werden kann, ist es als Bevölkerungsstrategie zur Gesunderhaltung der Atemwege geeignet.

Nasenspülung bei Bundeswehrrekruten

Eine erste Gelegenheit, die Wirksamkeit der Nasenspülung wissenschaftlich zu überprüfen, ergab sich, als Herbert Plümer, ein Bundeswehrarzt, mich um ein Thema für eine Doktorarbeit bat. Ich schlug vor, dass eine Gruppe von Bundeswehrrekruten im Winter regelmäßig die Nase spülen sollte. Eine weitere Gruppe von Rekruten sollte als Kontrollpersonen dienen. Mir war bewusst, dass es sich in dieser Jahreszeit hier um Personen mit sehr hohem Risiko für Erkältungskrankheiten handelt. Wenn die Rekruten also regelmäßig ihre Nase spülten, was sie auch taten, sollten wir einen Schutzeffekt dieser Maßnahme nachweisen können.

115 Soldaten aus drei Zügen mit etwa je 40 Rekruten erklärten sich bereit, an dieser Studie teilzunehmen. 39 Rekruten eines Zuges wurden persönlich in die Nasenspülung eingewiesen. Die anderen waren Kontrollpersonen. Alle Studienteilnehmer erhielten Tagebuchprotokolle, in denen sie täglich Beschwerden und Erkrankungen der Atemwege dokumentierten und gegebenenfalls Zeitpunkt und Häufigkeit der Nasenspülung. Am Ende der Studie beantworteten sie außerdem einen ausführlichen Fragebogen. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden alle Teilnehmer HNO-ärztlich untersucht und die Ergebnisse in standardisierten Protokollen dokumentiert. Die Ergebnisse dieser ersten Studie waren sehr ermutigend. Sie belegten einen starken Schutzeffekt der Nasenspülung (Plümer 1995; Schmidt et al 1996) und wurden vielfach von Presse und Fernsehen zitiert.

Modellprojekt der GEK

1997 entschloss sich die bundesweit tätige Gmünder Ersatzkasse, ein vierjähriges Modellprojekt mit dem Titel „Nasenspülung mit isotoner Kochsalzlösung zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten“ durchzuführen (Schmidt et al 2001). GEK-Versicherte sollten sich im Rahmen dieses Projektes eine Nasenspülkanne kostenlos bei der örtlichen Geschäftsstelle abholen oder mit geringer finanzieller Beteiligung an den Versandkosten zuschicken lassen können. Schnell wurde mir deutlich, dass eine persönliche Einweisung in die Technik der Nasenspülung, wie sie traditionell im Yoga vorgenommen wird, hier organisatorisch nicht möglich war. Also konnten die Anweisungen nur schriftlich vermittelt werden. Dazu musste die Anwendung so einfach wie möglich gestaltet und erklärt werden.

Eine Marktrecherche ergab, dass in Deutschland für dieses Projekt keine geeigneten Nasenspülkannen zur Verfügung standen, die eine komplikationslose und kostenarme Anwendung ermöglicht hätten. Kommerziell erhältliche Nasenspülvorrichtungen waren für unsere Zwecke ungeeignet, ihre Benutzung umständlich oder gar gefährlich. Die traditionellen Yoga-Nasenspülkannen aus Ton waren zu teuer, zerbrechlich und außerdem für ein derartiges Forschungsprojekt in Deutschland unzulässig, da sie nicht als Medizinprodukt zertifiziert sind. Auch bereitet die Salzdosierung bei diesen Kannen ohne persönliche Einweisung Probleme.

Es gab also keinen anderen Weg, als selbst eine geeignete Nasenspülkanne aus recyclebarem, lebensmittelechtem Kunststoff zu entwerfen, die mit möglichst geringem Kostenaufwand produziert werden konnte und zusätzlich eine einfache und ausreichend genaue Salzdosierung ermöglichte. Daraus wurde die Nasenspülkanne nach Prof. Dr. Thomas Schmidt® mit Salzmesslöffel. Eine telefonische Hotline wurde eingerichtet, um Fragen und auftauchende Probleme rasch zu klären.

Wenn dieses Projekt von einigen zunächst eher als Marketing-Gag der GEK belächelt wurde, entwickelte sich doch sehr schnell eine eigene, unvorhergesehene Dynamik. Man hatte nur mit einer geringen Abnahmemenge von wenigen tausend Nasenspülkannen gerechnet. Die Abwicklung der vielen Bestellungen stellte die GEK vor große organisatorische Probleme, die schnell gelöst werden mussten. Innerhalb der vierjährigen Laufzeit des Modellprojektes wurden insgesamt 160.000 Nasenspülkannen und Messlöffel produziert und an die Versicherten abgegeben. Das bedeutet, dass mehr als 10% der GEK-Versicherten eine Nasenspülkanne erhalten haben.

Die Rückmeldungen der neuen Nutzer der Nasenspülung, sei es in schriftlicher Form, in Hotline-Gesprächen oder in den Forschungsergebnissen, hat in mir allmählich ein Bewusstsein dafür geschaffen, welch großer Bedarf in der Bevölkerung für eine wirksame Methode besteht, die all­täglichen Beschwerden bei akuten und chronischen Erkrankungen der Atemwege zu verringern. Tägliches Nasenspülen wird als hochwill­kom­mene, hilfreiche Maßnahme angesehen, die kleineren und größeren Probleme und Be­schwerden in diesem Bereich zu lindern oder ganz zu beseitigen. Voraussetzung ist, dass Betroffene von der Methode erfahren, dass diese verfügbar ist und auch bei täglicher Anwendung wenig kostet.

Die Ergebnisse des Modellprojektes haben bestätigt, dass tägliches Nasespülen mit Salzwasser für Menschen mit einer Neigung zu Atemwegserkrankungen eine einfache und hochwirksame Methode zur Verringerung von Beschwerden im Bereich der oberen Luftwege ist, für die keine ernsthaften Nebenwirkungen bekannt sind und die zudem im Vergleich zu anderen selbst zu tragenden Behandlungen äußerst kostengünstig ist (Bitzer et al 2002).

Nasespülen mit Salzwasser hält die Atemwege gesund. Randomisierte, placebokontrollierte Crossover-Studie.

Aus der Perspektive der Forschung war uns klar, dass wir für einen wissenschaftlich akzeptierten Wirkungsnachweis der Nasenspülung eine sogenannte randomisierte kontrollierte Studie durchführen mussten. Diese Methode gilt als der entscheidende Prüfstein für eine wissenschaftliche Bewertung neuer Behandlungsmethoden. Im ersten Halbjahr 1999 führten wir eine derartige Studie über den Zeitraum von sechs Monaten durch: die Nasenspülstudie Hannover. 999 freiwillige Studienteilnehmer wurden zufällig zwei Gruppen zugeteilt. Gruppe A spülte drei Monate lang täglich die Nase, während die Kontrollgruppe täglich eine Multivitaminbrausetablette einnahm. Danach wurden in den folgenden drei Monaten die Rollen von Gruppe A und B vertauscht.

Die Wirksamkeit der Nasenspülung wurde durch den systematischen Vergleich der Tagebuchprotokolle von Nasenspül- und Kontrollgruppe mit Berechnung der Verringerung von relativen Risiken und Abnahme von Beschwerdetagen für die einzelnen Atemwegsbeschwerden ermittelt. Die Ergebnisse bestätigen eine breite Wirksamkeit der Nasenspülung hinsichtlich von Erkältungs-, Allergie- und vielen anderen Atemwegssymptomen und -erkrankungen.

Tägliches Nasespülen mit Salzwasser für alle

Menschen, die zum ersten Mal von der Nasenspülung hören, denken oft gleich an ihre Erfahrungen im Schwimmbad. Wenn man dort gechlortes Wasser in die Nase bekommt, ist das natürlich unangenehm. Sobald man aber wagt, die Nasenspülung selbst auszuprobieren, spürt man, wie angenehm sie ist, wenn die richtige, isotone Salzkonzentration, die der im menschlichen Blut ent­spricht, verwendet wird. Das erging den Bundeswehrrekruten so und auch all den anderen Teilnehmern in den verschiedenen Studien. Ein hoher Prozentsatz schätzte die Nasenspülung als sehr positiv, wirksam und angenehm ein.

Es sind für die Nasenspülung keine dokumentierten ernsthaften Nebenwirkungen bekannt. Deswegen ist ein bevölkerungsweiter Einsatz unbedenklich. Wirksamkeit und Akzeptanz sind hoch, die Kosten auch bei mehrfach täglicher Anwendung gering. Außer einer geeigneten Nasenspülkanne benötigt man lediglich gewöhnliches Speisesalz und lauwarmes Leitungswasser. Damit qualifiziert sich die tägliche Nasenspülung mit isotoner Kochsalzlösung als geeignete Bevölkerungsmaßnahme zur Erhaltung der Gesundheit der Atemwege für alle, die sie anwenden wollen.

Nasespülen kann wie Zähneputzen mehrmals täglich angewendet werden, und kostet weniger als das. Man braucht dazu keinen Arzt. Bei Zahnschmerzen geht man allerdings zum Zahnarzt. Ähnlich sollte man bei ernsthaften Erkrankungen im Bereich von Hals, Rachen, Mandeln, Kehlkopf, Nase, Nasennebenhöhlen oder Ohren einen Arzt aufsuchen und nicht allein auf Selbstbehandlung vertrauen. Nasespülen findet heute auch bei der ärztlichen Behandlung Anwendung, wo es hilfreich ist und diese sinnvoll unterstützt.

Ein jeder von uns bekommt hin und wieder eine Erkältung, die meisten ein- oder mehrmals im Jahr. Das ist eine gute Gelegenheit, die angenehme, heilende Wirkung der Nasenspülung auszuprobieren. Wer Probleme mit einer ständig verstopften Nase, häufigen Erkältungen, einer Pollen- oder Hausstaub­allergie hat, kann durch tägliches Nasespülen anhaltende Linderung der Beschwerden erreichen und vielleicht sogar Beschwerdefreiheit. Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung kann regelmäßiges Nasespülen die ärztliche Behandlung unterstützen und zu einer schnelleren Heilung beitragen. Für Kinder mit angeborenen Erkrankungen wie zystische Fibrose (Mukoviszidose) oder ziliäre Dyski­nesie ist Nasenspülen eine unverzichbare tägliche Routinemaßnahme.

HOME